Der Mann hinter „Game Division“: Tobias Kaufmann


Dass Tobias Kaufmann eines Tages seine eigenen Gesellschaftsspiele entwickeln würde, hätte sich der 42-jährige Schweizer, der – gemeinsam mit seiner Frau, seinen zwei Kindern und seiner Labradordame Bella – in Sattel, einem kleinen Ort zwischen dem Ägerisee und dem Vierwaldstätter See, wohnt, vor zehn Jahren niemals träumen lassen. 

Damals – das ist heute ganz weit weg für Tobias. Damals, das war die Zeit, in der sich sein gesamtes Berufsleben um akkurat geschnittene Rasenflächen und die dazu notwendigen Gerätschaften, also Rasenmäher beziehungsweise Rasenroboter, drehte. Damals hat Tobias all sein Herzblut in die Entwicklung von Dienstleistungen und Produkten für diesen Bereich der Gartenarbeit gesteckt. Damals liebte Tobias seine berufliche Tätigkeit und ging vollkommen in dieser auf. Doch damals war eben nicht alles besser – ganz im Gegenteil! 

Denn so viel Begeisterung das Ergebnis seiner Arbeit, ein wunderschöner, perfekt geschnittener Rasen, auch für Tobias mit sich brachte – über die immer grösser werdenden Diskrepanzen zwischen seinem damaligen Geschäftspartner und ihm konnte auch sie ihn nicht hinwegtrösten. Und so entschied Tobias Kaufmann sich eines schönen Tages dafür, der Rasengeräte-Branche den Rücken zu kehren und sich einer neuen beruflichen  Herausforderung – und späteren Leidenschaft – zu stellen. 

Wo ein Wille, da ein Weg 

Doch was macht man, nachdem man sich die letzten zehn Jahre in einem beruflichen Umfeld bewegt hat, das man über alles geliebt hat? Eine schwierige Frage, aber Tobias musste nicht lange nach seiner Antwort darauf suchen, denn er wusste, was er wollte: Etwas Neues schaffen und darin von Anfang bis Ende – also von der Idee über die Konzeption bis hin zur Produktion und dem Vertrieb – involviert sein. Er, der bislang immer nur verkauft hatte, wollte von nun an in alle Prozesse eingebunden und somit zur treibenden Kraft seiner Unternehmung werden. Und wenn man Tobias heute fragt, warum er begonnen hat, Kartenspiele zu entwickeln, dann funkelt es in seinen Augen und er sagt glücklich: „Das Faszinierende am Spieleentwickeln ist, dass man nach Links und Rechts schauen kann und muss und dass man freier, ungebundener ist und sich immer wie neu ausprobieren darf.“ 

Dabei war Tobias eigentlich bis dato kein „Spielertyp“ – bis auf das gelegentliche, gemeinsame Puzzeln mit seinem Sohn hatte er vor seinem Sprung in die Welt der Kartenspiele mit dieser Branche absolut „nichts am Hut“! 

Trotzdem brachte Tobias die besten Voraussetzungen für sein Vorhaben mit, denn Kreativität und Ideenreichtum liegen ihm im Blut – und das Entwickeln sowieso. Und selbst seine Liebe zu gepflegten Grünflächen ist dabei nicht zu kurz gekommen: Da ist es wenig verwunderlich, dass Tobias unter anderem Schafe zu den Hauptfiguren seines ersten Kartenspiels gemacht hat. 

Aber alles der Reihe nach. Die neue Geschäftsidee war geboren – und Tobias machte sich mit Feuereifer und Freude an Werk. Manch einer von Tobias‘ Freunden oder ehemaligen Kollegen mochte sein Vorhaben als „mutig“ oder „gewagt“ einstufen, aber Tobias hat nie an sich und seinen Ideen gezweifelt und wusste schnell ziemlich genau, was er wollte und wie er die Sache anzugehen hatte. 

Kein Wolf im Schafspelz 

Dabei herausgekommen ist Wolfpack – ein Spiel, das seinem Erfinder in nichts nachsteht: voller überraschender Wendungen, anspruchsvoll, aber nicht kompliziert, unterhaltsam, lustig, hochwertig, schnörkellos und einfach anders als alles andere. 

Doch wieso Wölfe und Schafe? Wer jetzt eine grossartige Story dazu erwartet, wird leider enttäuscht. Denn die gibt es nicht. Muss es aber auch gar nicht – denn Tobias will keine Geschichten erzählen, sondern seinen Kunden etwas zur Verfügung stellen, was ihnen Spass macht und sie zusammen mit anderen Menschen bringt. Gemeinsame Zeit ist heutzutage etwas Rares und Wertvolles und Wolfpack ist ein Grund, gemeinsam Zeit zu verbringen. Und ausserdem findet Tobias Wölfe und Schafe nach eigener Aussage „einfach cool“! 

Und wie kommt man überhaupt darauf, ein Kartenspiel zu entwickeln? Tobias selbst hat dazu Folgendes zu sagen: „Es war gar nicht so einfach, ein – schlussendlich – so simples Kartenspiel zu entwickeln. Denn mein Spiel sollte trotzdem auch spannend und schnell sein – und seine Spieler dazu animieren, sich auch mal von ihrer fiesen Seite zu zeigen!“.  

Auch an das Design des Spiels stellte Tobias von Anfang an hohe Ansprüche: Wunderbar reduziert und klar sollte es sein – ganz einfach, eigentlich. Doch was so einfach klingt, lässt sich manchmal gar nicht so einfach in die Tat umsetzen. Tobias hat allerdings auch diese selbst gesteckte Hürde gemeistert und gemeinsam mit dem Grafiker Erich Brechbühl ein Spieledesign geschaffen, welches sich stilistisch, also in seinem Look and Feel, merklich von anderen Kartenspielen abhebt. 

Zum Schluss sei noch erwähnt, dass Tobias momentan an der Entwicklung eines zweiten Kartenspiels tüftelt. Was genau er sich dieses Mal ausgedacht hat, wird allerdings noch nicht verraten!

- Svenja -